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Feb 02

Übernahmen und Beteiligungen in der deutschen Medienbranche 2014

bacie_mua_2014_500In einem positiven Konjunkturumfeld legen die Übernahmen und Beteiligungen der deutschen Verlage auch im Jahr 2014 zu. Dies ergibt eine Studie der auf die Verlagsbranche spezialisierten Unternehmensberatung Bartholomäus & Cie. Mit 262 Deals werden rund drei Prozent mehr M&A-Transaktionen registriert als 2013.

Das Gesamtvolumen der Transaktionen (gemessen am Umsatz der Kaufobjekte) liegt mit rund 7,1 Milliarden Euro sogar sehr deutlich (14,5 Prozent) über dem Niveau des Vorjahres. Den größten Anteil daran haben 2014 die Publikumsverlage (rund 2,4 Milliarden Euro), der Buchhandel (rund 1,3 Milliarden Euro) und die Tageszeitungen (rund 1,2 Milliarden Euro).

Die großen Verlagsgruppen dominieren wie schon in den Vorjahren das M&A-Geschehen: Die strategische Neuordnung ihrer Print-Geschäfte sowie Investitionen in digitale Medien und – Services entlang der medialen Wertschöpfungskette und im E-Commerce machen einen großen Teil des Marktes aus. 24 Transaktionen werden für Axel Springer verzeichnet (19 Investments und 5 Verkäufe), 24 für Bertelsmann (18/6), 16 für Holtzbrinck (13/3), 16 für Burda (12/6), zwölf für Gruner + Jahr (6/6) sowie zwölf für Springer Science + Business (9/3).

Publikumsverlage (mit 60 Deals, inklusive E-Commerce-Investitionen) und Tageszeitungen (58) bestimmen das M&A-Marktgeschehen, auch die Fachmedien (57) sind wieder in der Spitzengruppe. Bei Buchverlagen und im Buchhandel steigt die Zahl gegenüber dem Vorjahr wieder an.

Eine Reihe prominenter Transaktionen prägt das Geschehen 2014, zum Beispiel der Auskauf der Familie Jahr bei Gruner + Jahr durch den Mehrheitseigner Bertelsmann oder die Restrukturierung der insolventen Weltbild-Gruppe. Unter den Tageszeitungen erhielt die Rettung der Münchener „Abendzeitung“ durch den Verleger Martin Balle viel Aufmerksamkeit.

Unterschiedliche strategische Schwerpunkte

Die digitale Transformation der Medienbranche ist in vollem Gang, klassische mediale Geschäftsmodelle als Kaufobjekte machen mittlerweile weniger als die Hälfte aller registrierten Übernahmen und Beteiligungen aus Anteil 2014 nur noch rund 47 Prozent, vor fünf Jahren lag er noch bei 63 Prozent).

Im B2C-Segment betreffen drei von vier Investitionen digitale Medienmodelle in ihren verschiedenen Ausprägungen. Die großen Publikums- und Tageszeitungskonzerne sind führend in der digitalen Entwicklung, bei ihnen verliert das historische Geschäftsmodell, das Drucken von Inhalten und Anzeigen auf Papier, beim externen Wachstum weiter an Bedeutung. Kleine und mittlere Verlage dagegen, die zum Beispiel im B2B-Segment noch stark überwiegen, investieren zwar mehr digital, aber immer noch überwiegend in Printgeschäfte.

Konsolidierung bedroht den Wettbewerb nicht

Seit vielen Jahren finden in Deutschland rund 200 Übernahmen und Beteiligungen im Jahr statt, die Verlagsbranche befindet sich also in einer andauernden Konsolidierung. Dadurch hat sich jedoch die Marktstruktur in keinem Marktsegment nachhaltig verändert. Potenziell wettbewerbsgefährdende Entwicklungen aus Übernahmen und Beteiligungen sind derzeit in Deutschland nicht erkennbar.

Ausblick 2015: konjunkturelle Zuversicht wird den M&A-Markt beflügeln

Wie alle Investitionen sind auch M&A-Entscheidungen stark vom Markt- und Konjunkturklima abhängig. Die allgemeinen Erwartungen zu Beginn des Jahres 2015 sind positiv, was die M&A-Tätigkeit weiter stützt.

Die großen Verlagsgruppen werden daher ihren strategischen Umbau konsequent fortsetzen. Aber der konjunkturelle Rückenwind fördert auch die Bereitschaft mittelständischer Käufer und Verkäufer, das Gros der Player bei Übernahmen und Beteiligungen, zur Umsetzung ihrer strategischen Vorhaben.

Die Studie „Transaktionsmonitor Verlagswesen 2014“ ist am 29. Januar 2015 erschienen. Sie enthält eine detaillierte Dokumentation aller 262 registrierten Transaktionen und ist gegen eine Schutzgebühr über die Bartholomäus-Webseite erhältlich.

www.ba-cie.de

Quelle/Foto: Bartholomäus & Cie.