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Mai 23

VNM-Verleger Burkhard P. Bierschenck zum neuen Magazin „SOL“

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Burkhard P. Bierschenck

Im Verlag Neuer Merkur aus München ist die erste Ausgabe der Zeitschrift „SOL – Magazin für nachhaltige Energieversorgung“ erschienen. Fachmedien NEWS sprach mit dem geschäftsführenden Gesellschafter und Herausgeber Burkhard P. Bierschenck.


Fachmedien NEWS: Sie stoßen mit dem Magazin „SOL“ in einen ganz neuen Themenbereich vor. Was steckt dahinter?

Burkhard P. Bierschenck: Wir haben festgestellt, dass für all unsere Leser und B2B-Kunden das Thema der nachhaltigen Energieversorgung sehr aktuell ist. Die sind da oft viel weiter als manche Politiker denken. Wir werden das Thema Nachhaltigkeit deshalb konsequent bei all unseren Themen, ob Dental, Medizin, Ernährung oder nun eben auch Energie zur Richtschnur machen.

Fachmedien NEWS: Wen soll „SOL“ über was informieren?

Burkhard P. Bierschenck: „SOL“ hat als Kernzielgruppe ganz klar den Mittelstand, also die KMUs. Diese Zielgruppe benötigt aber viel mehr als nur ein paar Photovoltaik-Zellen auf dem Hausdach, da sind komplexere Anlagen gefragt, in denen die gesamte Palette der alternativen Energieversorgungskomponenten zum Tragen kommt. Für unsere Anzeigenkunden ist das sehr interessant, weil es hier um Investitionen in sechs- und siebenstelliger Höhe geht! Wir stellen dazu beispielhaft realisierte Lösungen vor, die den KMUs zeigen, was für sie konkret möglich ist. Und zwar unabhängig von der wankelmütigen Politik, denn die Unternehmen müssen langfristiger als bis zur nächsten Wahl denken. Wir zeigen klar, dass es sich eben heute schon rechnet, sogar bei E-Auto-Flotten. Nutzen steht immer an oberster Stelle.

Fachmedien NEWS: Was haben Sie in nächster Zeit allgemein vor? Theoretisch könnte man vermutlich viele revolutionäre Dinge machen.

Burkhard P. Bierschenck: Nichts Spektakuläres, eigentlich mehr Evolution als Revolution. Wir überarbeiten gegenwärtig unseren Online-Auftritt mit dem Ziel, nach und nach alle unsere Angebote und Dienstleistungen online käuflich bzw. buchbar zu machen. Einzelne Titel werden relauncht, wie in Kürze die Fachzeitschrift „rhw management“. Außerdem wurde in die Entwicklung neuer Fachtitel investiert. So ist 2014 ein neues Dental-Magazin mit dem Titel „Gero-Prothetik“ zum sehr aktuellen Thema der Zahnversorgung älterer Menschen erfolgreich gestartet. Die Zeitschrift „Podologie-Praxis“ wurde auf Kundenwunsch umgestellt von A5 auf A4-Format, was die Anzeigenverkäuflichkeit tatsächlich spürbar verbessert hat. Die Zeitschrift „Bioküche“, die sich erfolgreich dem Thema der Nachhaltigkeit in der Ernährung widmet, wird seit Ende 2013 zusätzlich durch das neu entwickelte Handels-Magazin „Foodwelt“ ergänzt, eine interessante Food-Kombi.

Am 21. Mai 2014 erschien aktuell das neue B2B-Journal „SOL – Magazin für nachhaltige Energieversorgung“, begleitet von einer deutschen, und in Kürze auch englischen Online-Plattform. Wir vergrößern parallel dazu auch das Themenspektrum der Fortbildungsveranstaltungen und des Fachbuchbereichs, und wir bringen natürlich auch mehr E-Books heraus. Schließlich erweitern wir ganz banal auch ständig das Angebot unseres Fachbuchshops, denn alles wofür wir selbst glaubhaft werben können, verkauft sich dort auch.

Fachmedien NEWS: Sie leiten den Verlag Neuer Merkur seit 17 Jahren als geschäftsführender Gesellschafter. In dieser Zeit hat sich viel verändert, das traditionelle Printgeschäft muss heute parallel zu Online bestehen.

Burkhard P. Bierschenck: Fachverlage haben heute ganz andere Probleme als die General-Interest-Verlage. Der Hauptunterschied besteht wohl darin, dass Fachmedien sogenannte „must have“-Inhalte haben, während Tageszeitungen und Illustrierte überwiegend „nice to have“-Inhalte anbieten. Das ist nicht neu. Diese „nice to have“-Inhalte finde ich heute allerdings überall im Internet, also braucht man vieles vom General-Interest-Inhalt eigentlich gar nicht mehr zu kaufen, was diese Medien zu spüren bekommen haben. Fachmedien dagegen, die geschickt damit umgehen, ihre von hochqualifizierten Redakteuren erarbeiteten exklusiven Fachartikel, wenn überhaupt, dann nur kostenpflichtig online zugänglich zu machen, verlieren auch wesentlich weniger Print-Abonnenten. Was ich nicht kostenlos überall nachgeworfen bekomme, muss ich mir eben notgedrungen doch dort holen, wo ich es verkauft bekomme.

Fachmedien NEWS: Die Fachmedien könnten sich also zurücklehnen und weiter machen wie bisher?

Burkhard P. Bierschenck: Keineswegs, denn auch hier bietet das Internet durchaus ein paar neue Möglichkeiten. Diese zu finden und zu monetarisieren ist allerdings nicht ganz so einfach. Die meisten vollmundig in der Medienbranche propagierten „neuen“ Geschäftsmodelle waren bisher nicht viel mehr als heiße Luft, salopp gesagt viele Klicks und wenig Kohle. Nur direktes Verkaufen wie bei Amazon und Co. klappte gut, aber eine echt neue Idee ist der Versandhandel ja nun eigentlich nicht, oder? Doch das ändert sich jetzt langsam, und auch Fachverlage können vom Internet durchaus profitieren, sofern sie attraktive Zielgruppen und Inhalte haben, die sich mehrfach nutzen und sogar globalisieren lassen. Bei Fachmedien geht es stets rund um ein sehr spezielles Thema, also nicht nur um eine Zeitschrift, sondern auch um ergänzende Online-Angebote, Bücher und Fortbildungsveranstaltungen usw.

Fachmedien NEWS: Globalisierung? Sie meinen damit das Lizenzgeschäft?

Burkhard P. Bierschenck: Das Lizenzgeschäft war sicher mal interessant, allerdings haben sich früher oder später einige Lizenznehmer dann abgekoppelt, wenn sie glaubten, genug gelernt zu haben und das nun auch alleine zu können. Heute kann aber jeder Verlag von jedem Ort aus online selbst in die ganze Welt verkaufen, wertvollen Content ebenso wie Werbung. Das ist ein Riesenvorteil, man muss sich allerdings auf andere Sitten und Sprachen einlassen, was eigentlich nicht so schwer sein sollte.

Fachmedien NEWS: Sie haben früher in internationalen Konzernen gearbeitet und sind technikbegeistert. Hilft Ihnen das dabei?

Burkhard P. Bierschenck: Es schadet jedenfalls nicht, und fremde Sprachen verhandlungssicher zu können, ist doch generell ganz nützlich. Aber es gibt ja im Notfall auch noch Übersetzer.

www.vnmonline.de

Quelle/Foto: Verlag Neuer Merkur