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Mai 23

Alexander Skipis: Amazon missbraucht Marktstellung

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Alexander Skipis

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels fordert, das deutsche Kartellrecht an die Gegebenheiten eines digitalen Marktes anzupassen. „Es ist ein klarer Auftrag an die Politik und längst überfällig: die richtigen Ziele des Kartellrechts generell jetzt auch im digitalen Markt durchzusetzen“, sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Auf dem Buchmarkt spiele sich ein ungleicher Kampf ab. Faktisch sei Amazon auf dem Weg, weltweit auf dem E-Book-Markt und mittelfristig möglicherweise auch im deutschen Buchmarkt eine marktbeherrschende Stellung einzunehmen. Insbesondere im E-Book-Sektor entfalte sich bereits jetzt die Marktmacht von Amazon gegenüber den Verlagen verheerend. „Auch wenn Amazon vielleicht noch kein Monopol im klassischen Sinne hat, so hat es doch die Macht, den Markt komplett zu verwüsten. Dadurch werden auf dem Buchmarkt Strukturen zerstört, die Qualität und Vielfalt gewährleisten“, so Skipis.

Die jüngsten Auseinandersetzungen mit Verlagen überschreiten nach Skipis’ Ansicht eine weitere Grenze: „Amazon lässt seine Maske fallen und missbraucht mittlerweile seine Marktstellung derartig, dass man von Erpressung der Verlage sprechen kann.“ Doch die Wirkung sei weitaus grundsätzlicher. „Diese Erpressung findet auf dem Rücken von Kunden und Autoren statt. Das alleinige Ziel ist es, weitere Marktanteile zu gewinnen und so die Verhandlungsmacht weiter auszubauen, dabei sind Autoren und Kunden dem Unternehmen letztlich gleichgültig“, so Skipis. „Wer vorsätzlich Bücher zurückhält, der schadet finanziell auch dem, der sie verfasst hat. Doch die Autoren werden sich das langfristig nicht gefallen lassen. Schließlich geht es um ihre Inhalte und schließlich entscheiden sie selbst darüber, welche Vertriebswege sie nutzen.“

www.boersenverein.de

Quelle/Foto: Börsenverein des Deutschen Buchhandels